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Tafel mit Schwamm

Vorbemerkung:

 

Die Dauer des Unterrichtsmoduls hängt davon ab, wie viele Vorkenntnisse die Schülerinnen und Schüler bereits haben, wie gut sie mit dem Programm Powerpoint umgehen können und wie schnell sie in der Erstellung einer Powerpoint-Präsentation oder eines Plakates sind. Das Modul ist größtenteils handlungsorientiert aufgebaut; es ist somit eine große aktive Beteiligung jedes einzelnen Schülers gefordert. Einzig der einführende informative Teil zum Leben Bonhoeffers ist frontal gestaltet.

 

1. und 2. Stunde – Bonhoeffer, Widerstand und Nationalsozialismus: Einführung und Recherche

Die Lehrperson spielt den Schülerinnen und Schülern als Einleitung die Audiodatei „Bonhoeffer: Gedicht“ mit dem Gedicht „Wer bin ich?“ von Dietrich Bonhoeffer vor. Die Lehrperson fragt die Schülerinnen und Schüler, ob sie den Text kennen und, ob sie wissen, von wem dieser ist. Die Schülerinnen und Schüler äußern ihre Ideen. Durch die Beschäftigung mit dem Gedicht soll den Schülerinnen und Schülern ein erster Eindruck vermittelt werden: Wie haben andere Menschen Bonhoeffer gesehen? Was für einen Halt und was für eine Sicherheit hat er ihnen gegeben? Wie fühlt er sich selbst, wie sieht er sich, mit seinen Ängsten, seiner Wut, seiner Hilflosigkeit? Die Schülerinnen und Schüler können so sehen, dass der Einzelne, auch wenn er in seinem Inneren noch so unsicher und ängstlich ist, anderen Menschen eine große Stütze sein kann, dass man in bestimmten Situationen seine eigenen Gefühle zum Wohle anderer zurückstecken muss. Durch das Gedicht wird deutlich, dass dies nicht leicht ist und nur wenige Menschen dazu in der Lage sind, eine solche Aufgabe zu bewältigen. Bonhoeffer war ein besonderer Mensch, der anderen Menschen in einer schlimmen und aussichtslosen Situation Mut, und ihnen die Tage erträglicher machte. In dem Gedicht wird dieser besondere Charakter Bonhoeffers deutlich. Daher ist das Gedicht ein guter Einstieg in die Beschäftigung mit dem Leben Bonhoeffers. Parallel dazu können folgende Bilder von Dietrich Bonhoeffer gezeigt werden:

  • „Bonhoeffer als 8-jähriger“
  • „Bonhoeffer als 17-jähriger“
  • „Bonhoeffer als Dozent“
  • „Bonhoeffer im Kreise seiner Familie“

Die Lehrerin bzw. der Lehrer schreibt die Begriffe „Dietrich Bonhoeffer“, „Widerstand“ und „Nationalsozialismus“ an die Tafel. Die Schülerinnen und Schüler dürfen nach vorne kommen und Assoziationen dazuschreiben. Gemeinsam werden die Anschriebe diskutiert und bereits vorhandenes Wissen zu den Themen Bonhoeffer, Widerstand und Nationalsozialismus aufgefrischt.

 

Zur Vertiefung des vielleicht schon vorhandenen Wissens und zur Einführung in das Thema „Bonhoeffer“ zeigt die Lehrperson die Powerpoint-Präsentation „Bonhoeffer - Präsentation“ und/oder die kommentierte Bildershow der Website „Dietrich Bonhoeffer - Biografie“ zur Biografie Bonhoeffers. Im Anschluss werden die Audiodateien „Bonhoeffers zensierte Rede im Februar 1933“ und „Dietrich Bonhoeffers Kritik - Teil 1“ abgespielt. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, zuzuhören und sich Notizen zu machen. Die beiden Audiodateien vermitteln einen Eindruck über die Einstellungen Bonhoeffers, der schon sehr früh die Gefahr Hitlers erkannte, und aktiv versuchte dagegen vorzugehen. Gegen Ende der Präsentation gibt die Lehrperson den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

Die Lehrerin bzw. der Lehrer gibt die Hausaufgabe, im Internet (siehe weiterführende Linkangaben in dem Dokument „Linkliste“), in Büchern und Lexika zu den Themen Nationalsozialismus, Widerstand und Bonhoeffer zu recherchieren und sich Notizen zu machen. Sie/Er kündigt an, dass die Schülerinnen und Schüler am nächsten Tag ihre Ergebnisse zusammentragen und gemeinsam mit der Lehrperson besprechen und auswerten werden. Die Recherche beschränkt sich auf diese drei Oberbegriffe, um den Schülerinnen und Schülern einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich bewegen können. Diese Themen wurden gewählt, da sie einen unmittelbaren Zusammenhang zueinander haben und dieser den Schülerinnen und Schülern auf diese Weise auch bewusst gemacht wird.

 

Die Lehrperson bittet die Schülerinnen und Schüler, sich in Dreiergruppen zusammenzutun. Jeweils eine Schülerin bzw. ein Schüler übernimmt ein Thema. Die Lehrperson teilt das Arbeitsblatt „Nationalsozialismus, Widerstand und Bonhoeffer“ aus: Zu jedem der drei aufgeführten Themen gibt es jeweils zwei Unterpunkte. Unter jedem der Unterpunkte stehen einige Fragen, die die Schülerinnen und Schüler beantworten sollen. Die Lehrperson weist darauf hin, dass tatsächlich nur die Fragen auf dem Arbeitsblatt relevant sind, da das Thema sonst ins Unendliche geht. Um die Themen zu visualisieren, ist es auch möglich, ein entsprechendes Tafelbild mit Themen und den Unterpunkten zu erstellen.

 

Am Ende der ersten beiden Stunden haben die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das Leben Bonhoeffers erhalten und sollten dieses auch zusammenfassen können. Der Zusammenhang zwischen Nationalsozialismus, Widerstand und Bonhoeffer sollte in seinen Ansätzen klar geworden sein und durch die Recherche zu Hause und das Zusammentragen am nächsten Tag vertieft werden.

 

 

3. und 4. Stunde – Ergebnisse sammeln und vorstellen

In der dritten und vierten Stunde sammeln die Schülerinnen und Schüler in ihren Gruppen ihre jeweiligen Ergebnisse und legen sie der Lehrperson vor. Diese bespricht sie mit den Schülerinnen und Schülern, wertet und sortiert sie gemeinsam mit ihnen anhand des in der vorherigen Stunde ausgeteilten Arbeitsblattes aus. Ziel ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig ihre Ergebnisse vortragen, diese besprechen und auf diese Weise einen guten Überblick über die Zusammenhänge der Thematik bekommen. Die Schülerinnen und Schüler üben sich zudem in der Gruppenarbeit und darin, anderen Ergebnisse klar und deutlich zu präsentieren, sich gegenseitig zuzuhören und auf die Arbeit anderer zu vertrauen. Die Lehrerin bzw. der Lehrer kündigt an, dass in den nächsten Stunden von den ausgewerteten Ergebnissen eine Powerpoint-Präsentation oder ein Plakat erstellt werden soll.

 

 

5. und 6. Stunde – Powerpoint-Präsentation bzw. Plakat erstellen

Die nächsten Stunden finden im Computerraum statt. Die Lehrperson erklärt die Aufgabenstellung für die Plakat- oder Powerpoint-Gestaltung. Ziel sollte eine möglichst präzise und übersichtliche Gestaltung sein, in der die Inhalte der jeweiligen Themen klar zu erkennen sind und mögliche Zusammenhänge deutlich werden wie z.B. Dietrich Bonhoeffer und die Bekennende Kirche. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich nun auch kreativ mit dem Thema auseinandersetzen, da es sich auf diese Weise noch einmal anders, visuell einprägt. Auf diese Weise haben sie noch einmal die Möglichkeit, alle gefundenen Materialien, seien es Bilder, Texte, Filme oder Audiodateien, je nach Präsentationsform in die Präsentation einzubringen.

 

Die Lehrperson bittet die Schülerinnen und Schüler, sich in den Dreiergruppen vom Vortag zusammen zu tun und gemeinsam einen Computer, oder einen Tisch mit Bastelmaterialien zu belegen. Er fordert die Schülerinnen und Schüler auf, sich für eine Präsentationsform zu entscheiden und damit zu beginnen. Für die Präsentation per Plakat hält die Lehrerin bzw. der Lehrer Bastelmaterialien wie Pappe, Buntstifte, Scheren, Kleber, alte Zeitschriften und Zeitungen, Tonpapier oder ähnliches bereit. Die Schülerinnen und Schüler können sich nun entscheiden, ob sie ihre Präsentation per Computer erstellen wollen, oder lieber ein Plakat zum Thema gestalten. Die Lehrperson steht für Rückfragen bereit und hilft bei technischen und inhaltlichen Fragen.

 

Sollten die Schülerinnen und Schüler mit der Präsentation nicht fertig werden, bekommen sie die Aufgabe, dies zu Hause zu tun. Diejenigen, die eine Powerpoint-Präsentation erstellen, werden von der Lehrperson gebeten, diese auf eine CD-ROM zu brennen oder auf einem USB-Stick zu speichern. Die Lehrerein bzw. der Lehrer kündigt am Ende der Doppelstunde die Vorstellung der erstellten Arbeiten am nächsten Tag an. Jede Gruppe hat 5-10 Minuten Zeit, ihre Powerpoint-Präsentation oder ihr Plakat zu präsentieren.

 

 

7. und 8. Stunde – Ergebnissischerung

Zu Beginn der letzten Doppelstunde bittet die Lehrperson, die Schülerinnen und Schüler für die Powerpoint-Präsentationen ihre CD-ROMs bzw. ihre USB-Sticks abzugeben. Diejenigen mit Plakaten werden gebeten, diese an die Wände zu hängen. Nun startet die Präsentationsreihe: Immer jeweils eine Schülergruppe präsentiert ihre Ergebnisse. Dafür haben sie 5-10 Minuten Zeit.

 

Ein Ziel dieser Präsentationen ist es, dass die Schülerinnen und Schüler durch selbsttätiges Handeln die Inhalte des Themas begreifen und nachvollziehen können, indem sie recherchieren und eine Präsentation erstellen. Ein weiteres Ziel ist, dass sie voneinander lernen. Auch wenn viele der Schülerinnen und Schüler die selben Seiten im Internet benutzt haben, so erachtet jeder andere Dinge für wichtig. Auf diese Weise ergibt sich aus den Einzelteilen ein relativ umfangreiches Ganzes.

 

Lerninhalte sind hierbei die selbstständig unterstützte Auseinandersetzung mit einem Thema und die Aufbereitung eines Themas für die Gruppe, der freie Vortrag unter Einbeziehung einer Computer-Präsentation oder eines Plakates und die Erstellung einer solchen Präsentation.

 

Zusätzliches Filmmaterial zum Thema finden Sie in dem Dokument "Medienliste".